Süd-westwärts – durch die Steppe!

Wie angesagt, frischte der Wind in der Nacht stark auf. Die richtigen Seile und Haken haben wir auch nicht dabei, also nicht die besten Bedingungen zum Klettern… wir vertagen das in die Zukunft. Und vielleicht müssen wir vorher auch noch etwas üben…!

Die Reise geht weiter quer durch die spanische Hochebene, grobe Richtung: Huesca – Zaragossa – Madrid – Badajoz. Die Strecke verläuft komplett mautfrei auf bestens ausgebauten Straßen mit wenig Verkehr.

Medinaceli

Stellplatz

Lat:41.171601 Long:-2.431871

00,00€


Die Fahrt verläuft eintönig. Die Gegend ändert sich hier im mittleren Teil von Spanien überhaupt nicht. Zu der jetzigen Jahreszeit ist alles auch noch braun und völlig vertrocknet. Da gibt es unterwegs nicht so viel zu sehen. Es heißt Strecke machen. Die größeren Städte stellen keine Probleme dar, lassen sich alle gut umfahren. Nach knapp 300km erreichen wir Medinaceli. Medinaceli gehört zu den schönsten Dörfern Spaniens. Es haben sich mehrere Dörfer unter dem Markennamen Los Pueblos más bonitos de España zusammen geschlossen, um ihre besondere Schönheit touristisch besser vermarkten zu können. Hoch oben auf dem Berg thront der Ort, der schön restauriert ist. Einen für Wohnmobile ausgewiesenen Teil des Parkplatzes gibt es auch. V/E ist auch vorhanden, alles was wir benötigen und dazu auch noch kostenlos.

Der Ort ist klein und überschaubar, schnell haben wir alles gesehen. Hervorzuheben ist die Plaza Major, ein sehr weitläufiger, schön anzusehener und aufgeräumter Platz.

Im Großen und Ganzen ist die Welt hier stehen geblieben…

Die Nacht war sehr ruhig, aber schön sehr kalt, da merkt man, dass man sich hier auf über 1000m befindet.

Streckendetails:

volle Distanz: 276.94 km

Plasencia

Stellplatz

Lat:40.031813 Long:-6.080457

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Morgens geht es zeitig los. Wir müssen ja wieder Strecke machen. Noch schnell entsorgen, die Versorgung benutzen wir lieber nicht, keine strikte Trennung von der Entsorgung, in solchen Fällen lassen wir lieber die Finger davon! Aber alles kein Problem, am Ortseingang befindet sich eine Quelle, da haben wir ein erheblich besseres Gefühl, unsere Frischwassertanks zu befüllen. Auch, wenn es mit der Gießkanne etwas umständlich ist…

Dann geht es zurück auf die Autobahn. Es wiederholt sich das Spiel von gestern: öde, karge und menschenleere Gegend durchfahren wir stundenlang. Dann wird es aber doch etwas abwechslungsreicher. Wir nähern uns Madrid. Schon lange vorher beginnen die Randgebiete. Wir waren noch nie zuvor in Madrid, aber wir verspüren auch nicht das Verlangen, das zu ändern und jetzt hier und heute einen Stopp einzulegen. Großstädte und Wohnmobile passen eben einfach nicht zusammen. Wir vertrauen ganz auf die Anweisungen unseres Navis, es wird das schon machen. Es ist Sonntag, der Verkehr hält sich einigermaßen in Grenzen. Nach gut einer 3/4 Std. ist alles vorbei und es wird wieder öde…

Dann ist auch schon bald unser Tagesziel Plasencia erreicht. Ein Mix-Parking an einem Park ist unser Ziel. Nach kurzer Prüfung finden wir das für heute völlig okay.

Der Park ist grün und ein Fluss fließt vorbei. Ein sehr ungewohnter Anblick nach der Steppe der letzten zwei Tage.

Wir schlafen nicht ganz so ruhig, das Rangieren auf dem Parkplatz und die vorbei führende Straße verursachen eben einen Geräuschpegel. Für eine Nacht geht das aber schon mal.

Streckendetails:

volle Distanz: 399.35 km

Trujillo

Stellplatz

Lat:39.457117 Long:-5.872187

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Nach dem Frühstück geht es weiter. 30km entfernt befindet sich der Nationalpark Monfragüe.

Dann werden wir uns diesen doch mal ansehen. Übernachten wird in dem Nationpark nicht geduldet. Am Eingang, kommend von Plasencia befindet sich ein Campingplatz. Wir schauen uns den mal an, aber der kann uns nicht so recht überzeugen. Liegt von dem eigentlichen Geschehen auch sehr weit entfernt. Wir steuern das Besucherzentrum in Villareal de San Carlos an.

Dort parken wir erstmal und versorgen uns mit Informationsmaterial. Claudia studiert die Papiere und ich erkunde mit dem Rad die nähere Umgebung.

Wir sind uns beide einig, dass es uns hier nicht so unbedingt überzeugt. Wir sind es gewohnt, im „Grünen“ zu leben und haben noch beste Erinnerungen von Alpen und Pyrenäen an beeindruckende Naturlandschaften Das hier Gesehene kann da leider nicht mithalten. Klar, einer der in der spanische Steppe wohnt, sieht das sicherlich mit ganz anderen Augen… Unsere Meinung zu dem Nationalpark: Wenn man vorbei kommt, kann man mal anhalten, extra deswegen hierher fahren, eher nicht.

Wir fahren weiter und stoppen noch an einer Aussichtsplattform und schauen uns ein paar Greifvögel und Geier an. Das gefällt uns schon sehr gut.

Unser Tagesziel für heute finden wir an der Stierkampfarena in Trujillo. Dort gibt es einen ausgewiesenen Bereich für Wohnmobile. Platz finden wir auch ohne Probleme.

Wir schauen uns noch die sehr sehenswerte Altstadt mit ihren Palästen an. Die gehen auf die Zeit der Konquistadoren zurück, aus Trujillo stammen 56 namhafte Konquistadoren, die eine entscheidende Rolle bei der Entdeckung Südamerikas spielten.

Streckendetails:

volle Distanz: 79.5 km

Badajoz

Stellplatz

Lat:38.884874 Long:-6.978075

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Nun folgt die letzte Etappe in Spanien. Es geht fast bis an die Grenze Portugals, immer noch in der Extremadura. In der Provinz Badajoz stoppen wir in der gleichnamigen Stadt. Badajoz gehört mit seinen fast 150tausend Einwohnern schon zu den größeren Städten und ist auch Bischofssitz und Universitätsstadt. Und auch der Guadiana fließt durch die Stadt. An einem großen Freizeitpark am Fluss befindet sich auch der offizielle Stellplatz. Toller, kostenloser Platz in schöner, ruhiger Lage. So soll es sein.

Wir genießen das Flair der Stadt und fühlen uns gleich wohl, unternehmen eine kurze Besichtigung und mischen uns unter das Volk. Das sich gegen Abend in dem Park von dem täglichen Stress erholt.

Die Nacht ist ruhig und verläuft ohne Zwischenfälle. Morgen geht es dann nach Portugal…!!!

Streckendetails:

volle Distanz: 153.3 km
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Pezz

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