Pyrenäen – Teil 1

Die Pyrenäen sind anders als die Alpen, genauso, wie Äpfel und Birnen eben auch unterschiedlich sind. Mal schmecken einem die Birnen besser, als die Äpfel… Genau so geht es uns mit den Alpen und den Pyrenäen. Die Pyrenäen sind generell etwas weiter und grüner. Die Berge nicht so schroff und natürlich auch nicht ganz so hoch. Im Moment sind wir froh hier zu sein und es gefällt uns super gut. Wir steigen in die Bergwelt der Pyrenäen in östlicher Richtung auf der französischen Seite ein…

Lapradelle

Stellplatz

Lat:42.809821 Long:2.308751

00,00€


Wir hatten in Duilhac-sous-Peyrepertuse eine schöne Zeit und werden sicherlich in diese wunderbare Gegend zurückkehren. Nun muss es aber weiter gehen. Wir haben einen Termin bei einem Freund aus Hamburg, der hier im Sommer in einem kleinen, alten Bahnwärterhäuschen wohnt. Wir hatten ihm versprochen, vorbei zu schauen, wenn wir hier in der Gegend sind. Ist auch gar nicht weit weg, nach 50km sind wir schon da. Das Mobil parken wir in Lapradelle auf dem kostenlosen WoMo-Platz an der Feuerwehr. Außer uns ist hier keiner. Was soll man hier auch…, wenn man nicht gerade einen Termin hat. Der Ort ist so nichtssagend, dass es noch nicht mal ein Foto gibt…

Die Wiedersehensfreude ist dann aber umso größer. Wir verbringen nette Stunden miteinander und tauschen die Erlebnisse der letzten Monate aus. Für uns geht es dann am nächsten Tag weiter.

Streckendetails:

volle Distanz: 37.19 km

Les Angles – Matemale

Stellplatz

Lat:42.566150 Long:2.105086

00,00€


Auch hier war die Nacht ruhig, so dass wir gut ausgeruht aufbrechen können. Die Fahrt geht noch ein kurzes Stück auf der D117 weiter, einer der wichtigen Ost-West-Achsen entlang der Pyrenäen. Um dann aber schon bald bei Axat auf die D118 links abzubiegen. Auf der Karte wechseln die Farben von Rot auf Gelb, bei Claudia wird die Gesichtsfarbe Rot in Anbetracht der Tatsache, dass es irgendwo im Bereich der Straße wohl eine Baustelle geben muss und dass die Durchfahrt für über 3,5t gesperrt ist. Claudia mag keine Abenteuer, ich versuche sie trotzdem zu beruhigen. Es stand unter dem Schild nämlich ein kleiner Hinweis, dass das wohl nur von Montag bis Freitag gilt, heute ist Sonnabend, also frei Fahrt für uns! Die Gesichtsfarbe bleibt trotzdem gerötet. Die Straße ist auch nicht gerade breit und leider befinden sich auf unserer Seite auch die Felsen. Alles nicht so spaßig bei Gegenverkehr. Und dann kommt auch noch die Baustelle über einen längeren Abschnitt, auf dem die halbe Straße aufgerissen ist. Klappt aber alles, bis auf eine kleine Berührung mit einem Spiegel von einem entgegen kommenden Kleinlieferwagen. Die schwarzen Schleifspuren ließen sich aber ohne Probleme herauspolieren! Geht doch…

Wir erreichen die zwei Stauseen auf dem Hochplateau um Los Angles.

Die Gegend ist jetzt auch viel freier und offener mit einer guter Rundumsicht. An dem einen Stausee, gegenüber von Les Angles gibt es einen kleinen kostenlosen Stellplatz, den steuern wir an. Er ist gut besucht, klar, ist ja auch Wochenende. Wir bekommen aber noch einen schönen Platz mit dem wir zufrieden sind. Claudia entspannt sich auch so langsam wieder…

Wir bleiben zwei Tage, erkunden mit den Rädern die Gegend und genießen die Ruhe am Stausee. Der zum Baden nicht unbedingt geeignet ist, zu trüb und sehr kalt sieht er auch aus. Generell ist es hier auch nicht mehr so warm, wir befinden uns aber auch auf 1200m. Eigentlich ist das hier auch mehr eine Gegend für den Winter. Los Angles hat ein gut ausgebautes Skigebiet, man kann aber im Sommer auch sehr gut wandern.

Manche kommen sogar von noch weiter angereist, als wir!

Uns hat es hier sehr gut gefallen.

Streckendetails:

volle Distanz: 55.89 km

Ax-les-Thermes

Stellplatz

Lat:42.714566 Long:1.841398

4,00€


Die Reise geht weiter über Mont-Louis nach Llivia. Llivia ist eine spanische Enklave in Frankreich. Hier machen wir mal einen Stopp und schauen uns das genauer an. Wir finden eine sehr aufgeräumte Stadt mit wunderbaren Häusern vor. Da überall spanisch gesprochen wird, zeigt sich uns, dass die Leute hinter ihrer Entscheidung stehen, sich von Frankreich losgesagt zu haben. Günstig tanken kann man hier auch.

Dann geht es über den Col Puymorens weiter Richtung Ax-les-Thermes. Wir fahren über den Berg und nicht durch den Tunnel. Klar, der erhöhte Dieselverbrauch hätte die Tunnelgebühren kompensiert, aber wir wollen ja auch etwas sehen. Der Pass ist einfach zu befahren und stellt uns vor keine großen Herausforderungen. Andorra lassen wir bewusst links liegen, da haben wir im Moment keine Lust drauf…

Ax-les-Thermes ist eines der alten Thermalbäder, die inzwischen etwas in die Jahre gekommen sind. Obwohl man bemüht ist, die bröckelnde Fassade etwas aufzuhübschen.

Schön ist, dass die Thermalquelle öffentlich zugänglich ist. Es gibt im Ort zwei Stellen, an denen man diese nutzen kann.

Es gibt im Ort zwei offizielle Stellplätze für Wohnmobile, wir entscheiden uns für den am Schwimmbad, liegt zwar etwas weiter außerhalb, dafür aber viel ruhiger und kostet auch nur die Hälfte!

Ich kannte Ax-les Thermes bisher nur von der Tour de France, Ax-les-Thermes war mehrfach Ziel- und Startort unterschiedlicher Etappen. Das schließt natürlich ein, dass es hier mehrere Col’s geben muss. Das ist auch genau der Grund, warum wir hier sind. Schöne, aber auch sehr anstrengende Touren habe ich hier unternommen.

Etwas gemütlicher geht es in dem kleinen Tal Vallée d’Orlu zu. Hier machte Claudia dann auch mal wieder mit. Wir finden einen Fluss, kleine Seen und ein Eldorado für Wanderer und Naturliebhaber vor.

Und den ersten Pilz finde ich auch!

Tolle Gegend hier mit sehr hoher Wohlfühlatmosphäre. Es hat uns hier sehr gut gefallen!

Streckendetails:

volle Distanz: 91.37 km

Le Mas-d’Azil

Stellplatz

Lat:43.066639 Long:1.355191

00,00€


Auf der gut ausgebauten N20 geht es weiter nach Foix. Hier finden wir auch einen kleinen kostenlosen Stellplatz vor. Auch hier ist es kein Problem zur jetzigen Hochsaisonzeit, noch einen Platz zu bekommen. Wir wollen uns erst mal den Ort anschauen und dann entscheiden, ob wir bleiben. Na ja, der Ort ist schnell abgenommen und dann fragen wir uns, was wir hier noch weiteres machen wollen. Wir hatten keine Antwort parat, also ging es weiter…

Claudia hatte von einer Höhle hier in der Gegend gelesen, die einem Besuch wert sein sollte. Es verläuft sogar die N119 durch die Höhle! Es gibt aber unterschiedliche Meldungen über die Befahrbarkeit, Höhenbeschränkung von 3,00m… das klingt nach Abenteuer! Wir wählen einen kleinen Umweg, über die uns ja schon bekannte D117 und fahren die Höhle von westlicher Richtung an. Dann mal los…!

Die Höhle heißt übrigens Le Mas-d’Azil. An der D117 ist der Weg dorthin gut ausgeschildert. Es schlängelt sich die letzten 15km über kleinere Straßen bis zum Eingang der Höhle hin, die aber allesamt gut zu befahren sind.

Hier ist alles bestens organisiert. Großer Parkplatz, auf dem wir auch übernachten, Besucherzentrum, Restaurant usw.

Tatsächlich verläuft die Straße durch die Höhle und hat auch eine Höhenbegrenzung.

Die betrifft aber nur den Eingang von Westen und wenn man in der Mitte der Straße fährt, wäre auch die Höhe ausreichend. In der Höhle selber ist es dann alles sehr groß und hoch.

Da wir nun schon späten Nachmittag haben, belassen wir es bei einer kurzen Besichtigung, Details verschieben wir auf morgen früh. Die findet Ihr dann im Bericht Teil 2 von den Pyrenäen!

Streckendetails:

volle Distanz: 77.79 km
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Pezz

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