Kontrastprogramm…

Nach den ganzen Wochen und Monaten mit schönen Strandbildern und Eindrücken, war von langer Hand ein Kontrastprogramm geplant. Tausche Sand gegen Schnee! Überwintern und Skifahren passt nie so richtig zusammen, deswegen ziehen wir das gleich mal am Anfang durch. Was heißt wir, Claudia hat gleich abgewunken und hat gesagt, da mache ich nicht mit! Schnee und Kälte ohne mich. Für sie fällt also das Kontrastprogramm aus. Claudia ist weiter am Meer. Sie hat sich in Nizza eingemietet. Vielleicht gibt es von dort ja mal einen Beitrag von ihr…

Spanien haben wir also hinter uns gelassen, wir fahren dann ziemlich zügig durch Frankreich Richtung Norden. Da wir unser Budget schonen müssen, nehmen wir die Nationalstraßen. Erfahrungsgemäß dauert das, so dass wir uns nicht allzu lange Etappen aussuchen. Der erste Stopp ist in der Camargue.

Gallician – Vauvert

Stellplatz

Lat:43.639067 Long:4.296779

00,00€


Schöner kleiner Stellplatz am kleinen Jachthafen am Rhône-Sète Kanal. Hier ist rein gar nichts los. Als Zwischenstopp gerade richtig. Das Wetter ist nach wie vor gut, wir haben 15 Grad und da wir zeitig da sind, ist noch genug Zeit für eine Runde mit dem Rad durch die Ausläufer der Camargue. Die Gegend muss man hier mögen, das völlig platte Land ist nicht so meins. Na ja, ist ja nur für einen Tag… Auf jeden Fall schlafen wir hier sehr gut und ruhig. Seit längerer Zeit haben wir aber mal wieder Berührung mit Mücken und das schon zu dieser Jahreszeit!

Streckendetails:

volle Distanz: 368.51 km

Saint Martin d’Ardèche

Stellplatz

Lat:44.311446 Long:4.554050

00,00€


Gut ausgeruht geht es am nächsten Morgen weiter. Wir fahren die Nationalstraße westlich der Rhône. Passieren die Pont du Gard, wo ich im November 2015 schon mal war. Diese Gegend hier ist uns schon viel sympathischer. Daher kamen uns unterwegs Gedanken, ein paar der Orte einfach mal anzufahren, in die wir vielleicht immer Sommer einen Abstecher machen könnten. Als erstes schauten wir uns Uzès an. Wirklich sehr zauberhaft… Dann tauchten die ersten Hinweisschilder zur Ardèche auf. Ok, warum nicht. Wir steuern Saint Martin d’Ardèche an. Da es schon langsam Zeit wird, sich um einen Übernachtungsplatz zu bemühen, hatte Claudia einen herausgesucht. Leider auf der westlichen Seite der Ardèche. Der Navi findet schon einen Weg! Der ging mitten durch Saint Martin und dann über eine Brücke. Ein Schild mit 12t Begrenzung tauchte auf. Das beunruhigte mich noch nicht. Die Brücke, die dann auftauchte, schon eher. So eine sehr schöne alte Hängebrücke mit einspuriger Straßenführung. Klein am Brückenpfeiler stand Breite 2,70m. Ok. Der Ivo ist 2,45m, aber ohne Spiegel! Die Ampel sprang auf grün und hinter uns war natürlich schon eine Schlange. Wie es zu erwarten war, passte das natürlich nicht. Claudia zitterten die Beine, und die dünnen Ärmchen waren auch nicht in der Lage, den Spiegel auf die Schnelle einzuklappen. Also zurück! Ausgestiegen und die Autofahrer hinter uns gebeten, zurückzufahren…

Der Weg, den wir gekommen sind, ging es nicht zurück, Einbahnstraße. Also entweder die Brücke oder in den kleinen Ort hinein. Den einen Weg haben wir ja schon ausprobiert, bliebt nur noch der durch den Ort übrig. Na ja, nachdem ein paar parkende Autos entfernt wurden, ging das dann ganz gut. Schöner Schreck, für Claudia war der heutige Tag gelaufen. Achsooo, einen super tollen Platz, dort wo im Sommer zu Tausenden die Kanus ankommen, haben wir dann auch noch gefunden. Für uns ganz alleine! Geht doch. Traumhaft hier, und zu dieser Zeit ist alles völlig verlassen. Im Sommer möchte ich diese Aktion nun aber wirklich nicht erleben. Wir verbringen eine super ruhige und entspannte Nacht direkt an der Ardèche.

Streckendetails:

volle Distanz: 119.46 km

Portes-lès-Valence

Stellplatz

Lat:44.868848 Long:4.875628

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Der Tag beginnt sonnig und immer noch kühl. Bis zu unserem nächsten Ziel sind es nur knapp 100km, daher haben wir Zeit. Erst mal tun wir etwas Nützliches, wir entstauben das Mobil mal ein wenig. Diese ganzen Dreckplätze hinterlassen ihre Spuren.

Da das Wetter ja prima ist und wir mehr oder weniger genau an der Straße entlang der Ardèche stehen, beschließen wir, diese mal mit dem Rad abzufahren. Gute Idee, zu dieser Zeit fahren dort auch so gut wie keine Autos. Wir treffen nur zwei französische Radteams, die hier anscheinend trainieren. Die Strecke ist traumhaft mit tollen Aussichtsplattformen.

Dann geht es nach Valence. In Port-lès-Valence finden wir einen super zentralen Übernachtungsplatz. Also, wer in der Nähe unweit der A7 oder der N7 mal etwas benötigt, bitte merken.

Von Valence fährt Claudia dann morgen mit dem Bus nach Nizza. Es gibt auch in Frankreich die Fernbusse, die für kleines Geld die großen Städte verbinden.

Streckendetails:

volle Distanz: 78.7 km

Villard-de-Lans

Stellplatz

Lat:45.066341 Long:5.555729

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Die Nacht war wie erwartet ruhig, aber irgendwie doch unruhig. Um 8:30 Uhr fährt der Bus, wir stehen nach 8 Monaten das erste Mal wieder mit einem Wecker auf. Nachdem wir die Zeit täglich auf engstem Raum zusammen waren, sind wir gespannt, wie es weiter gehen wird. Nach etwas Suchen finden wir dann auch die Bushaltestelle. Fernbusse, Großstädte, man stellt sich da unweigerlich einen Busterminal vor. Weit gefehlt, es ist eine kleine ganz normale Haltestelle. Da fährt sie dahin, war eine schöne Zeit mit Dir zusammen, Claudia!

Für mich geht es Richtung Grenoble. Dort in der Gegend werde ich irgendwo zum Skifahren gehen. Die nächsten 4 Tage ist erst mal Regen angesagt und die Wiesen sind auf 1000m auch alle grün. Das muss ich dann wohl erst mal abwettern… Na, ich bin gespannt… Bin schon mal mit dem Rad an die Piste gefahren zum Schauen!

Wer hatte eigentlich die Idee, nach dieser schönen Zeit in der Wärme, in die Berge zum Skifahren zu gehen…? Blödes Kontrastprogramm!

Bild

Streckendetails:

volle Distanz: 127.04 km
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Pezz

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