Es wird sportlich…

Les 2 Alpes

Nachdem der Winterschlaf vorbei ist, geht es heute endlich los. Skifahren! Deswegen mache ich ja diesen ganzen Aufstand, dann muss es ja auch endlich mal losgehen. Ich stehe ja schon seit zwei Tagen am Hintereingang zum Skigebiet Les 2 Alpes in dem kleinem Ort Vénosc direkt an der Gondelbahn auf dem Parkplatz. Daher ist der Weg zur Kasse auch nicht so weit. Punkt neun Uhr stehe ich davor. Es hat sich schon eine Minischlange gebildet. Nicht, dass jetzt hier an einem Mittwoch der große Andrang ist, die Kasse hat gar nicht auf. Die Schlange wurde länger, aber der Rollladen ging nicht hoch. Alle waren etwas ratlos…
Dann kam zügig ein Auto auf dem Parkplatz vorgefahren, Türen knallten und es lief eine junge Frau hektisch in das Gebäude. Aaahhh, die gute Frau hatte wohl verschlafen… Ruckzuck ging auch der Rollladen hoch, alle Geräte wurden gestartet und dann ging es auch los.
Ich schob zwei 50€-Scheine durch den Schlitz, die Dame interpretiert es dahingehend, dass ich wohl für zwei Tage einen Skipass haben wollte, was ich dann auch bestätigte. Als Gegenwert erhielt ich eine kleine Plastikkarte. Diese wird mir nun für die nächsten zwei Tage den Zugang zu sämtlichen Liften gewähren. Dann mal los.
Das Gebiet ist riesig und man muss sich erst mal orientieren. Dass alles sehr frei und offen ist, hilft dabei ungemein.

Es stehen insgesamt 55 Lifte und Seilbahnen zur Verfügung, diese bedienen 95 Pisten mit insgesamt 240 Abfahrtskilometern. Da braucht man keine Piste zweimal abzufahren! Los geht es auf 1200m, höchster Punkt ist auf dem Gletscher bei 3600m.
Der Schnee war super, so ab 2000m gab es besten Pulverschnee. Alles findet in einer gigantischen Berglandschaft statt.

Urige Hütten für eine Mittagsrast findet man auch im ganzen Skigebiet.

Die zwei Tage haben mir erst mal gereicht. Die Beine brauchen eine kleine Erholung. Ich bin jeden Tag ca. 50km mit den Skiern abgefahren und habe dabei 10.000 Abfahrtshöhenmeter zurückgelegt. Ich war mehr als zufrieden, das hat schon mal riesigen Spaß gemacht.

Alpe d’Huez

Keine 20km entfernt, befindet sich das nächste imposante Skigebiet in Alpe d‘ Huez. Dort ist dann mein nächstes Ziel. Vorher geht es noch mal nach Le Bourg-d’Oisans. Beim Casino Supermarkt frische ich meine Vorräte auf, wasche Wäsche und übernachte dort auch. Ist dort ein beliebter Treffpunkt, wo sich alle noch mal bevorraten, bevor es die Berge hoch geht.

Alpe d’Huez, der mythische Tour de France Berg, den wir auch schon mal mit dem Rad hochgefahren sind, daran habe ich aber keine so gute Erinnerung… steil, steiler, Alpe d’Huez!

Es geht 14km, in 21 Serpentinen steil bergauf. Es geht im Grunde gleich nach dem Kreisel los. Der dicke Ivo hatte ganz schön zu schnaufen und hat sich dafür auch mal einen dicken Schluck aus dem Tank genommen. 7 Liter, was einem Verbrauch von 46,9l auf 100km entspricht. Gedauert hat die ganze Auffahrt 29min. Die Rekordzeit mit dem Rad hält immer noch Marco Pantani aus dem Jahre 1997 mit 37:35min!

Es gibt einen extra angelegten Wohnmobilstellplatz mit V/E und Toilette auf einem wunderbaren Aussichtsplateau. Ich bekomme noch einen schönen Platz und genieße erst mal diese Aussicht und bin schwer begeistert. Endlich mal von einem Stellplatz freie Sicht auf sämtliche umliegende Berge. Der Lift schnurrt auch direkt vorbei. Dafür zahlt man dann die 10€ doch gerne. Hier genau ist er: Lat:45.086314 Long:6.078973

Sogar ein kleiner Flugplatz ist auch gleich nebenan…

Alpe d’Huez liegt auf 1800m in westliche Richtung ausgerichtet. Da gibt es keine Täler oder irgendwelche anderen Berge in der Nähe. Das bedeutet uneingeschränkte Sonneneinstrahlung. Hier geht zurzeit die Sonne um 18:30 unter, in Vénosc war sie ja schon kurz nach 15 Uhr hinter den Bergen verschwunden. Was für ein Unterschied, was für ein Mehr an Lebensqualität!

Da ich ja Zeit habe, kann ich alles ruhig angehen. Am Wochenende lasse ich erst mal die Anderen Skifahren. Ich akklimatisiere mich hier oben und schaue mir alles in Ruhe an.

Auch im Ort ist das Hauptverbindungsmittel der Skilift!

Ich kaufe mir diesmal für 3 Tage einen Skipass, da die Wettervorhersage für die nächsten Tage bestens ist. Hier stehen insgesamt 70 Lifte und Seilbahnen zur Verfügung, diese bedienen 117 Pisten mit insgesamt 250 Abfahrtskilometern. Am Anfang muss man sich in diesen riesigen Gebieten immer erst etwas orientieren.

Man darf sich auch nicht zu viel vornehmen, man schafft es eh nicht, alle Pisten an einem Tag abzufahren. Auch hier ist das Bergpanorama wieder überwältigend. Durch die offene westliche Ausrichtung vieler Pisten sind diese durch die extrem warmen Temperaturen leider am Nachmittag sehr aufgeweicht. Erst ab 2500m wird das besser. Dafür kann man im Ort aber im T-Shirt rumlaufen. Na ja, einen Tod muss man sterben.

Ich hatte hier sehr schöne, abwechslungsreiche Skitage. Der Ort ist hip, viele coole Typen, da fühle ich mich wohl. Es hat mir sehr gut hier oben gefallen. Da hat alles gepasst, auch Après-Ski kommt hier nicht zu kurz!

Eines muss man den Franzosen lassen, die Liftanlagen und Pisten sind optimal aufeinander abgestimmt. Alle Pisten sind am Morgen immer bestens präpariert. In der Zeit, wo ich da war, hatte ich so gut wie keine Wartezeiten an den Liften, noch nicht mal morgens an den Hauptzubringern. Das gefällt, so macht Skifahren Spaß…!

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Pezz

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