Der Pfälzer Wein!

Pfälzer Weinstraße

Wir verlassen den Rhein. Wir möchten gern etwas Neues entdecken, die Pfälzer Weinstraße ist das Ziel.

Von Freunden aus der Heimat haben wir einen Tipp bekommen, Weingut Zöller & Lagas
Das Navi lotst uns durch kleine Dörfer, enge Gassen und zum Ziel! An Parken ist hier nicht zu denken, alles sehr eng und klein. Aber jedes Dorf hat hier im Weinanbaugebiet mindestens einen Stellplatz. Den suchen wir erst mal auf, kostenlos ist er auch noch und gar nicht so schlecht gelegen. Das Einzige, was nicht gefällt, ist der Dauerregen… Egal, erst mal eine kleine Mittagsrast, wird schon gleich wieder aufhören. Genauso ist es. Also geht es los. Wir werden freundlich begrüßt und schon können wir beginnen. Das komplette Sortiment an Rot- und Weißweinen kommt auf den Tisch. Wir probieren munter drauf los und bekommen eine wirklich fach- und sachkundige Erklärung zu den unterschiedlichen Weinen. Mit einer Schachtel voller unterschiedlicher Weine treten wir den Rückweg an. Wir sind überrascht, die Preispolitik der Winzer ist sehr verbraucherfreundlich, die Preise liegen so zwischen 3,50 – 5,00€ für normale Weine. Das haben wir in anderen Ländern schon ganz anders erlebt, da wurden oft nur die hochpreisigen Weine angeboten. Aber auch nicht so gängige Sorten wie Gewürztraminer und neuere Reben wie Auxerrois und Acolon werden angeboten. Die Pfälzer gehen mit der Zeit!

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Neustadt-Duttweiler ist ansonsten nicht so der Bringer, deswegen fahren wir weiter. In Neustadt an der Weinstraße erspähen wir beim Durchfahren einen Decathlon (kommt aus Frankreich, der Sport Scheck für Arme!), wenn man an so einem Laden vorbei kommt, muss man einfach anhalten, dort kann man immer etwas gebrauchen. Dann wird es auch schon Zeit, um sich nach einem geeigneten Übernachtungsplatz umzusehen. Das ist hier in dieser Gegend alles überhaupt kein Problem. Wir fahren einfach drauf los, hinter Neustadt kommt Diedesfeld, dort bei der Vinothek Isler werden wir auch schon fündig. Eine ganz neue Vinothek mit Stellplatz, heute leider Ruhetag, aber egal, Wein haben wir genug und bezahlen können wir bestimmt auch noch morgen. Hier schlafen wir gut und ruhig.

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Bis zum nächsten Ziel in Rhodt unter Rietburg sind nur 10km. Die Weindörfer liegen hier alle dicht beieinander. Wir finden den Stellplatz in den Weinbergen auf Anhieb. Auch hier wieder eine gute Preispolitik, für 4€ bleibt man doch gerne.

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Am Nachmittag gibt es noch ein spontanes Campertreffen mit unseren Freunden Ine und Martin, die kurven hier auch durch die Gegend und gesellen sich noch zu uns.

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Nach all den Monaten gibt es viel zu erzählen. Am Abend besuchen wir noch eine Straußwirtschaft, auch etwas Neues für uns Nordlichter. Lockere, ungezwungene Atmosphäre, das gefällt. Nur der Pfälzer Saumagen wäre dann doch ein wenig zu viel des Neuen gewesen! Den verschieben wir erst mal…
Wir nehmen dann lieber Federweißer, der Neue Süße Wein ist jetzt zur Erntezeit überall im Ausschank, lecker…!

Am nächsten Morgen frühstücken wir noch gemeinsam, machen noch einen kleinen Sparziergang durch die Weinberge und dann trennen sich unsere Wege auch schon wieder.

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Wir verlängern noch in Rhodt. Es gibt hier noch mehr als genug zu entdecken.

Zum Beispiel St. Martin ist gerade mal 5km mit dem Rad entfernt. Super netter kleiner Ort. Die Sonne lacht vom Himmel, alle sind glücklich und zufrieden. Als Tipp haben wir bekommen, auf jeden Fall mal im Consulat des Weines vorbeizuschauen. Man nimmt sich ein Glas und probiert und genießt in sehr ungezwungener Atmosphäre die Weine. Kuchen gab es auch…

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Genau gegenüber ist hier auch wieder ein Stellplatz. Würde sich für eine ausgedehnte Weinprobe geradezu anbieten. Wir sind aber mit Rad unterwegs, so fällt das Ganze etwas bescheidener aus.

Weil es so schön hier ist, verlängern wir noch einmal und erkunden weiter die Gegend. Wir fahren mit den Rädern aus dem Weinanbaugebiet heraus in den Pfälzerwald. Dort ist man gleich in einer völlig anderen Welt. Kein Tourismus mehr, sehr spärliche Besiedlung. Wenn dann Orte kommen, ist ein hoher Leerstand zu erkennen und die allgemeine Bausubstanz lässt zu wünschen übrig. Krasse Gegensätze und alles nur ein paar Kilometer auseinander. Erinnert mich stark an den Oberharz, da existiert eine sehr ähnliche Konstellation. Aber auch das muss man mal gesehen haben.

Es ist Sonnabend, alles ziemlich voll, trotzdem gehen wir das Risiko ein und geben unseren schönen Platz auf. Wir können uns ja hier nicht die Reifen platt stehen. Als nächstes haben wir uns Bad Bergzabern ausgesucht. Zwischendurch wird das Dach des Mobiles noch mal kurz gereinigt.

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Auch in Bad Bergzabern ist das Ziel wieder ein Winzer, der an seinen Hof einen Stellplatz integriert hat, das Weingut Hitziger.

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Die Anmeldung ist im Verkaufsraum. Geschickt gemacht, somit ist man quasi kurz nach der Ankunft schon wieder bei einer Weinprobe! Claudia kommt glücklich mit Grauburgunder und Informationsmaterial zurück.

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Nicole, die sehr freundliche Winzerin hat uns eine Wanderung um Bad Bergzabern auf dem Kneippweg empfohlen. Nachdem wir uns eingerichtet haben, „kneippen“ wir auch gleich los. Durch den Ort inklusive Kurpark und Weinbergen drehen wir eine schöne abwechslungsreiche Runde von 7km.

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Danach kaufen wir noch ein kleineres Gebinde Federweißer und genießen Gegend und Ausblick bei schönem Sonnenschein vor dem Mobil.

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Am Sonntag kommen die Räder zum Einsatz. Wir machen einen kurzen Abstecher nach Frankreich, Wissembourg. Ist nur ein paar Kilometer hinter der Grenze, aber das französische Flair ist sofort zu spüren, ist da eben doch eine andere Welt. Wir genießen es bei einer kurzen Rast in einem Park. Auf dem Rückweg fahren wir durch das Deutsche Weintor, hier beginnt die Pfälzer Weinstraße und kommen dann noch ganz zufällig bei einem Weinfest vorbei. Na ja, so schwierig ist das zu der Zeit hier nicht, diese Feste gibt es mehr oder weniger in jedem Dorf zur Erntezeit. Dort ist viel Betrieb, ansonsten sind diese Veranstaltungen sehr austauschbar, haben eben nur in unterschiedlichen Gegenden andere Namen.

Wir hatten eine sehr schöne Zeit auf der Pfälzer Weinstraße und im Wald. Morgen geht es weiter, noch ein Stück südlicher in den Kaiserstuhl. Wir sind gespannt, was uns dort so erwarten wird.

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Pezz

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